March 17, 2021

Last updated on February 16, 2022

Likes und Love - Hypebeast Willy im Interview

Er ist einer der bekanntesten Hypebeasts Deutschlands. Jemand, der seine gut 250.000 Follower*innen starke Community fast täglich mit neuen Outfits zwischen Supreme und Louis Vuitton begeistert. Jemand, der häufig schneller an die angesagten Sneaker rankommt, als andere überhaupt vom Release-Datum gelesen haben. Und jemand, der nicht nur kleine Brands ganz groß machen kann, sondern immer auch eine Ohr auf der Straße und ein Blick in seine DMs hat um eben genau diese Chancen zu ermöglichen. Für viele ist Willy eine Inspiration, für einige sogar ein Idol.

Er ist einer der bekanntesten Hypebeasts Deutschlands. Jemand, der seine gut 250.000 Follower*innen starke Community fast täglich mit neuen Outfits zwischen Supreme und Louis Vuitton begeistert. Jemand, der häufig schneller an die angesagten Sneaker rankommt, als andere überhaupt vom Release-Datum gelesen haben. Und jemand, der nicht nur kleine Brands ganz groß machen kann, sondern immer auch eine Ohr auf der Straße und ein Blick in seine DMs hat um eben genau diese Chancen zu ermöglichen. Für viele ist Willy eine Inspiration, für einige sogar ein Idol.

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Dabei hat der 31 jährigen Leipziger mit Hang zu lauten Outfits angefangen, da gab es noch gar kein Instagram. Sein Blog Dressed Like Machines war um 2010 herum sein Outlet für Dinge, die ihn interessierten: Musik, Kleidung, Tattoos. Erste Kooperationen und ein stetiger Output machten die Seite für Brands interessant, bis Instagram das Maß aller Social Media Dinge wurde und Willy sowohl seine Followerschaft, als auch seine Markenpartnerschaften auf die neue Plattform mitnahm. Ein Full Time Job, auch heute noch. Doch die Masse will den Content des sympathischen Kreativen und so findet man Willy heute nicht nur auf Instagram, sondern auch auf TikTok, YouTube und – Pre-Corona – auf gefühlt jeder wichtigen Szene-Veranstaltung. Willy ist gefragt. Und befragt, was folgendes Interview anschaulich zeigt.

Es ist 1991. Welchen Schuh trägt Klein-Willy?

Ganz klar, damals wie heute, den 4er Jordan. Bis heute eine meiner liebsten Jordan-Silhouetten, auch wenn er aufgrund meines undefinierbaren Styles für mich zwischenzeitlich schwierig zu tragen war. Aber mittlerweile bin ich wieder ganz warm mit der Air Jordan 4.

Und welchen Schuh trägt Willy 2021?

Auch das ist einfach zu beantworten: Ich trage aktuell unfassbar gerne Nike Dunks. Keine SBs, sondern die klassische Silhouette. Einfach der bester Everyday-Schuh und es gibt mittlerweile gefühlt jede Farbe.

Mit welchem Sneaker hat denn deine Begeisterung für die Kultur begonnen?

Mit der Leidenschaft meines Bruders für Basketball hat auch bei mir alles angefangen. Er hat damals viel And1 getragen. Die habe ich danach immer gerockt bis sie dann wirklich auseinandergefallen sind. Eine großartige Zeit. Mein erster Nike-Sneaker war dann ein runtergerockter 90er Air Max, ebenfalls ein feines Ding. So hat dann alles angefangen.

Was hat dich dann folgend begeistert?

Die Community, die nette Menschen, das Kennenlernen von spannenden Menschen generell und einfach auch die History bei dem Thema. Beim Thema Sneaker geht es für mich nicht nur um Kaufen und Verkaufen. Sneaker erzählen Geschichten, sind verknüpft mit Storys oder Ereignissen, die geschichtlich zumindest für mich nicht ganz unwichtig sind. All das begeistert mich auch heute immer noch sehr.

Du giltst heute als DAS Hypebeast in Deutschland. Du hättest natürlich auch anfangen können irgendwelche obskuren Vintage-Modelle aus den 70er Jahren zu sammeln, hast dich aber für Supreme und Dior entschieden. Wie hast du deinen eigenen Kleidungsstil gefunden?

Mein eigener Geschmack ist komisch. Ich war nie High Fashion oder klassisch Streetwear, sondern habe immer versucht irgendwas dazwischen zu finden. Ich bin auch der Meinung, dass ich immer noch viel zu wenig Wissen über Mode habe, als das ich mich als Fashion-Spezi bezeichnen würde. Darum passt leider Gottes “Hypebeast” auch heute noch sehr gut zu mir. Trends richtig erkennen, diese mitnehmen und dann ab zum nächsten, das kann ich sehr gut. Als ich noch jünger war, hat auch wieder mein Bruder mit seinen HipHop Clothing-Bestellungen viel dafür getan, dass ich in diese Richtung gekommen bin

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Wie kam es dann dazu, dass du deinen Style gerne auf Instagram zur Schau stellen wolltest?

Why not, habe ich mir gedacht. Vielleicht findet es ja der ein oder andere cool und nimmt es sich zur Inspiration das auch zu machen. Gerade weil ich viel mit Farben spiele und das Game eher für mich entdeckt habe. Sich vielleicht auch mal mehr trauen, gerade als Typ. Mutig sein und nicht nur Schwarz oder Grau tragen. Das war meine Intention dahinter.

Gar nicht so wenig Arbeit, oder?

Die Arbeit ist heute noch genauso viel wie am ersten Tag. Weekly Shootings, Videos für YouTube produzieren und planen, Captions schreibe ich natürlich auch selbst – ist also schon ein Full Time Job.

Wie planst du deine Outfits und Shootings? Wie versuchst du kreativ zu bleiben und dennoch auch das zu zeigen, “was die Community liebt und sehen will”?

Klingt abgedroschen, ich weiß, aber man muss sich immer selbst treu bleiben. Das schaffe ich damit, dass all das, was ich auf Fotos trage, auch privat im Alltag trage. Zumindest 98 Prozent davon. (grinst) Mir war es immer wichtig zu zeigen, dass man nicht nur Marke tragen, sondern auch mit “einfachen” Sachen gute Fits kreieren kann – oder man mixt das Ganze am besten sogar noch. Das ist das, was die Community an mir schätzt, denke ich. Planen tu ich nicht viel. Ich shoote zweimal die Woche und lege mir die Fits meist einen Abend vorher zurecht. Da ich auch viele Klamotten von kleineren Labels bekomme, versuche ich natürlich auch viel abzudecken, denn es gibt viele Leute da draußen, die noch nicht die Plattform haben, die sie bekommen sollten. Da supporte ich gerne.

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Wie würdest du deinen Style beschreiben?

Laut und bunt, mal mutig, mal dezent. EIne genaue Beschreibung gibt es nicht, aber wenn man es auf ein Wort eingrenzen müsste, dann würde ich es “Farbtopf” nennen. (lacht) Ich denke, das wird sich mit den Jahren auch etwas ändern, aber nur von Tag zu Tag. Und momentan fühl ich mich zu 100 Prozent wohl damit.

Gibt es Leute, die dich inspirieren?

Ja, da gibt es viele, aber nicht den einen. Die üblichen Verdächtigen wie Kanye, Travis und Co inspirieren mich schon Daily, weil sie eben einfach einen Zeitgeist haben, den ich gut finde. Ich mag aber zum Beispiel auch Simon Porte Jacquemus sehr und Raf Simons – du siehst, man kann es nicht eingrenzen.

Dein*e Lieblingsdesigner*in?

Aktuell? Schwierig zu sagen… Aber ich mag den Stuff von Haider Ackermann momentan sehr, auch wenn ich nicht viel davon tragen könnte…

Dein Lieblingspiece im Kleiderschrank?

Ein Vintage Nike Hoodie, der den besten Fit der Welt hat. Kommt aus den 90ern und in dem Ding lebe ich momentan.

In welchem Outfit fühlst du dich am wohlsten?

Jogger, weiße Sneaker und cozy Hoodie – damit könnte ich den Rest meines Lebens verbringen.

Deine Daily Essentials?

AirPods Pro, Prada Wallet, Kaugummis, Kugelschreiber und eine Kette, die für mich persönlich einen sehr hohen Wert hat.

Supreme oder Palace?

Now and forever: Supreme.

Louis Vuitton oder Dior?

Momentan definitiv Dior wenn es um Kleidung geht. Wenn wir über Schuhe sprechen dann eher LV.

StockX_ImageVirgil oder Kim?

Dann bin ich doch eher bei Kim, weil ich schon viel länger und mehr zu ihm aufschaue. Virgil ist in meinen Augen aber auch eine Legende. Jemand, der viel getan hat und wo sicherlich noch viel auf uns wartet.

Kickflip im Chunky Dunky oder Malle-Urlaub mit LV Koffer?

Kickflip im Chunky Dunky über nen LV Koffer im Malle-Urlaub. (lacht)

Hauptsache Likes oder hauptsache Love?

Ganz ehrlich: ein Mix aus Beidem. Natürlich steht die Community für immer an allererster Stelle. Aber das Ganze ist auch mit viel Arbeit und Invest verbunden, da freut man sich über jeden Like, den man bekommt.